Die FFW Albertaich ist unser Pate

Mit Humor, Herz und Happy Meals – Rabenden bittet Albertaich um die Patenschaft

Wenn zwei Feuerwehren aufeinandertreffen, geht es selten trocken zu – und schon gar nicht, wenn es um eine Patenschaft fürs kommende 135-Jährige Gründungsfest geht. So auch am Samstag den 04.10., als die Freiwillige Feuerwehr Rabenden in Frabertsham bei der Feuerwehr Albertaich offiziell um die Übernahme der Patenschaft bat. Nach zähen, aber herzlichen Verhandlungen wurde der Bund schließlich besiegelt – mit 300 Litern Bier, Weißwürsten, einem Mittagessen für die Jugend und 30 „Happy Meals“ für die Damen.

Pünktlich um 19.15 Uhr startete die Rabendener Delegation Richtung Frabertsham. Begleitet von der Blaskapelle Altenmarkt zogen die Feuerwehrleute in das eigens aufgestellte Zelt ein, wo sie von den Albertaichern um Vorstand Georg Mitterreiter begrüßt wurden. Nach einer Stärkung vom Gasthof Reiter ging es ans Eingemachte: Das Patenbitten, geführt von Andreas Randlinger konnte beginnen.

Kniende Bittsteller und harte Forderungen

Gleich zu Beginn wurde es ernst und Vorstand Alois Müller jun. erklärte den Grund unseres Besuches. Daraufhin musste die Vorstandschaft um Alois Müller jun. und Stephan Ruth samt Schirmherr Stephan Bierschneider, Festbraut Sophia Wastlschmid auf der Bühne knien – streng überwacht, damit auch niemand schummelt. Kaum hatte die Verhandlung begonnen, unterbrach ein Alarm die Szenerie: Die Albertaicher wurden zu einem Einsatz gerufen. Nach kurzer Unterbrechung konnte es jedoch weitergehen.

Die Gastgeber gaben sich nicht zimperlich. Sie verlangten zunächst das Fassungsvermögen des Tanks ihres zukünftigen Löschfahrzeugs – 1.600 Liter Bier – als Einsatzbedingung. Diese Forderung wurde selbstverständlich abgelehnt. Erst nach zähem Ringen einigte man sich auf einen Freikauf von Schirmherr Stephan Bierschneider: 50 Liter Bier und drei Träger Paulaner Spezi – eine für beide Seiten akzeptable Lösung.

Danach folgte eine ganze Reihe humorvoller Prüfungen. Beim Essen mussten sich die Bittsteller mit überdimensionalen Stäbchen am „Bayerischen Sushi“ versuchen, und beim anschließenden Ballon-Wettblasen traten drei Albertaicher gegen drei Rabendener an – letztere gewannen haushoch.

Um die Damen beim Festsonntag, der auf den Muttertag fällt, zu ehren, schlug Festleiter Josef Bernauer jun. schließlich „Kuchen für die Damen“ vor – was von Albertaich kurzerhand zu 30 „Happy Meals“ (Kuchen, Kaffee und Aperol) umdefiniert wurde. Das wurde angenommen – und die Verhandlungen fortgesetzt.

Die Hauptspeise kam standesgemäß: „Abgehängte Senf-Würstel“, serviert hängend an einer Leiter, sorgten für Lacher. Beim nächsten Wissensspiel mussten Fragen zur Luftlinie Rabenden–Frabertsham, zu Zaunbrettern beim Reiter Franz und zum Höhenunterschied der Feuerwehrhäuser beantwortet werden – mit mäßigem Erfolg. Für jede falsche Antwort gab’s fünf Liter Bier für Albertaich.

Bei einer weiteren Aufgabe musste die Kommandantschaft im Wettlauf Einsatzhose, Gummistiefel, Einsatzjacke und Helm anlegen – doch da die Albertaicher Kommandanten beim Einsatz waren, sprangen Ersatzleute ein. Rabenden führte zunächst, bis sich herausstellte, dass Hosenbein und Ärmel manipuliert waren – Albertaich gewann mit einem deutlichen Vorsprung diese Aufgabe.

Im Verlauf der Verhandlungen wuchs das Angebot stetig. Weißwürste zum Festsonntag wurden zugesagt, ebenso ein Mittagessen für die Jugend. Als der „Meinungsverstärker“ in Form eines 30-Liter-Fasses der Klosterbrauerei Baumburg auf die Bühne rollte, konnten für einen Moment die Knie entlastet werden. Bürgermeister Stephan Bierschneider zapfte persönlich an – „O‘zapft is!“ hallte durchs Zelt.

Ein Handschlag besiegelt den Bund

Kurz vor halb zehn war es dann so weit: Nach gut einstündigem Feilschen, Spielen und Lachen nahm die Feuerwehr Albertaich das Angebot der Rabendener an – 300 Liter Bier, 30 „Happy Meals“, Weißwürste und ein Mittagessen für die Jugend. Unter Applaus wurde die Patenschaft besiegelt. Anschließend wurde die Bar eröffnet und bis tief in die Nacht gemeinsam gefeiert.

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